Mitgliedschaft bei der Zunftbruderschaft

Werden auch Sie Mitglied der Zunftbruderschaft St. Josef zu Bichlbach.

Mit Ihrem Mitgliedsbeitrag von € 20,- p.a. unterstützen Sie die Bemühungen zur Sanierung und Erhaltung der einzigen Zunftkirche in Österreich. Und so einfach geht es: Füllen Sie bitte die Beitrittserklärung online aus und senden diese dann an: p.strolz@direkt.at oder per Post an: Paul Strolz, Lechtaler Straße 38c, 6600 Lechaschau. Herzlichen Dank!

Die Zunft in Bichlbach und ihre Geschichte

1694 ging für das Außerfern der Wunsch nach einer eigenen Bruderschaft in Erfüllung, die unabhängig von der Innsbrucker Zunft und auch von der Untergruppe Imst war.

Daß die Außerfemer verhältnismäßig rasch eine eigene Hauptlade erhielten, verdanken sie dem energischen und beispielhaften Einsatz des Pfarrers Lukas Egger von Bichlbach, der auch vorzügliche Beziehungen zum Wiener Hof hatte. Er war der ehemalige Lehrer eines kaiserlichen Ministers. Pfarrer Egger übernahm die Bürgschaft für alle finanziellen Gebarungen

Die Handwerksbruderschaft von Bichlbach für die Maurer und Zimmerleute weitete sich bald auf andere Handwerkszweige aus. Auch die Küfer, Schreiner, Schlosser, Huter (Hutmacher), Glaser, Hufschmiede, Waffenschmiede, Wagner, Weber, Schneider, Schuster, Gerber, Sattler, Seiler, Weißgerber, Metzger, Bierbrauer, Lebzelter, Rotgerber, Bader, Barbiere, Bäcker, Müller, Weidjäger, Bildhauer, Fischer und Maler wollten sich in der Jesu‑, Maria‑, Josef‑Bruderschaft in Piechelpach incorporieren und einverleiben und dadurch der Maurer und Zimerleith alda Mitgenossen und Zunftbrüeder sein".

Anfang des 18. Jh. entstanden, wohl zur besseren Organisation, Drittelladen in Elmen, Tannheim und Stockach und dann weitere Beiladen in Berwang, Breitenwang, Häselgehr, Elbigenalp, Holzgau und Steeg. Alle diese Laden waren der Hauptlade in Bichlbach beitragspflichtig und alle Mitglieder mußten bei Aufnahme in die Zunft dorthin gemeldet werden. Nur Bichlbach hatte ein kaiserliches Privileg.

Die Zunftbücher beginnen im Jahre 1709. Es waren damals 1200 bis 1300 Männer eingetragen.

Die Wanderung der Außerferner Handwerker reicht über weite Strecken, Schwaben und Bayern, das Rheinland und die Pfalz, ja selbst Westfalen scheint in den Aufzeichnungen auf.

Viele Klosterbauten und Residenzen wurden errichtet, und so wurde mancher tüchtige Außerferner ein bedeutender Bauunternehmer, ja sogar Hofbaumeister. Viele Außerferner Maurer wurden zu damaliger Zeit Stuckateurmeister und erlangten eine besondere Fertigkeit in der Gestaltung von Gesimsen und kunstvoller Stuckatur.

Die Rückkehr der Saisonarbeiter erfolgte meist Ende Oktober bis Martini (11. November) in die Heimatorte, zu ihren Familien. Der Verdienst während einer Saison in der Mitte des 18. Jh. war unterschiedlich. Lehrjungen erhielten meist freie Kost, auch Handwerksgerät, ein Paar Schuhe oder Kleidung und Taschengeld bis zu 20 fl. Ein Geselle erhielt zwischen 50 und 70 fl. Ein Meister verdiente bis zu 100 fl (Gulden).

Die Zunft‑ und Brudermeister wurden laut Handwerksordnung alle zwei Jahre gewählt.

Die Bedeutung der Hauptlade zu Bichlbach wird erneut durch ein Privileg Kaiser Karls VI., datiert vom 6. Februar 1723 in Wien, ausgezeichnet und die Zunft‑ und Wappenfreiheit bestätigt. Auch Kaiserin Maria Theresia war der Zunft huldvoll zugetan. Die Bestätigung erfolgte am 31. Oktober 1747.

Die Zunftbruderschaft in Bichlbach überlebte die Koalitionskriege und Napoleonischen Kriege recht gut. Die Mitgliederzahlen blieben ziemlich konstant, nur die Saisonwanderung war während der Koalitionskriege um 1801 gering. Es seien nur 12 bis 14 Auswanderungen in die vom Feind besetzten Gebiete jährlich vorgekommen. Nachdem Tirol 1805 bayerisch geworden war, nahm die Wanderbewegung sofort wieder zu.

Im Jahre 1863 wurden die letzten Beiträge von den Beiladen des Lechtales, Tannheim und Berwang nach Bichlbach eingezahlt, und im Jahre 1869 wurde der letzte feierliche Handwerkstag abgehalten. Es war am 10. Jänner, an dem sich 43 meist ledige Handwerker mit einigen verheirateten Männern zu einem feierlichen Bekenntnis zur Zunftbruderschaft trafen.

Eine neue Zeit war angebrochen, die industrielle Revolution hatte eine neue Auffassung von Gewerbefreiheit gebracht, der die neue Gewerbeordnung von 1859 Rechnung trug.

Die Zunftbruderschaft Bichlbach blieb noch eine Zeit, wenn auch nur als Geselligkeitsverein. Es kam der Erste Weltkrieg, es versiegte das gesellige Leben, und der Verein zu St. Josef verlor allmählich die Lebenskraft. Als Zeugnis und Mahnmal blieb aber die St.‑Josefs‑Zunftkirche in Bichlbach, die einzige in Österreich.

Wiedererrichtung der Bruderschaft St. Josef

Mit bischöflichem Dekret vom 1. März 1977 wurde die St.‑Josefs‑Bruderschaft in Bichlbach wiedererrichtet.